Der Weg der Probe

Indikationsstellung

Der behandelnde Arzt stellt nach Anamnese und Untersuchung des Patienten die Indikation für eine Laboruntersuchung. Das heißt, er wählt gezielt Parameter aus, die zur Klärung der Beschwerden des Patienten beitragen können. Eventuell berät er sich mit dem labormedizinisch tätigen Kollegen.
Bei etwa sieben von zehn Diagnosestellungen spielt Labordiagnostik eine wesentliche Rolle. Eine Reihe von Erkrankungen können ausschließlich durch eine Laboruntersuchung zweifelsfrei erkannt werden.

Probengewinnung

Für jede Laboruntersuchung ist die Einsendung von geeignetem Probenmaterial erforderlich. Dies sind zumeist Blutproben; hier ist auf die Auswahl geeigneter Probenzusätze in den Entnahmeröhrchen zu achten. Häufig werden auch Urin, Stuhl, sonstige Sekrete oder Abstriche z.B. für mikrobiologische Untersuchungen eingeschickt.
Die gezielte Probengewinnung ist für die labordiagnostische Analytik von besonderer Bedeutung. Gerne stehen wir bei der Vorbereitung einer Untersuchung mit Rat und Tat zu Ihrer Verfügung. Angaben zu Diagnose und Anamnese auf dem Anforderungsschein sind für uns hilfreich.
Wichtig ist auch, dass die Probe eindeutig dem Patienten zugeordnet werden kann. Hierfür ist eine eindeutige Probenkennzeichnung erforderlich (Name, Vorname, Geburtsdatum oder Barcodes).
Als eilig gekennzeichnete Proben werden vorrangig bearbeitet.
In Einzelfällen ist auch eine Probenentnahme bei uns im Labor möglich.

Transport und Probenannahme

Durch die zentrale Lage unseres Labors im Rhein-Main-Gebiet und unseren auf medizinische Proben spezialisierten Kurierdienst gewährleisten wir kurze Wege für empfindliche Untersuchungsmaterialien. Bei jeder Probe wird eingangs kontrolliert, ob die angeforderten Analysen, das eingesandte Material und die Probenidentität stimmen. Bei Unstimmigkeiten nehmen wir sofort Rücksprache mit dem einsendenden Arzt, um Verzögerungen zu vermeiden. Die Proben werden direkt den verschiedenen Laborbereichen  zugeordnet, die meisten Analysen noch am selben Tag durchgeführt. Scannerunterstützt werden die Patientendaten und  Anforderungen in der EDV erfasst, von Mitarbeitern des Büros auf Vollständigkeit und von den Ärzten unter fachlichen Aspekten kontrolliert.

Apparative Analytik

Viele Laboruntersuchungen, vor allem aus Blut, können heute mit technisch aufwändigen Geräten durchgeführt werden. Das hat die Analytik enorm schnell gemacht. Ein Beispiel:
Die Bestimmung eines großen Blutbildes mittels Gerät dauert etwa 1 Minute. Bei Auffälligkeiten wird ein Blutausstrich angefertigt, das Blutbild mikroskopisch nachdifferenziert.
Die mikroskopische Differenzierung eines Blutbildes von Hand erfordert einen ca. 45 minütigen Trocknungs- und Färbeprozess, ehe eine erfahrene Kraft das Blutbild mikroskopisch auszählen kann, insgesamt also etwa 1 Stunde.
Vor Beginn der Analysen führt die medizinisch-technische Assistentin (MTA) alle Maßnahmen zur internen und externen Qualitätssicherung durch sowie notwendige Wartungsarbeiten an den Gerätesystemen. Sie begutachtet die Proben vor der Analyse, z.B ob Proben hämolytisch oder ikterisch sind. Sie überwacht den Messprozess der Geräte, überprüft die Ergebnisse des Auswerteprogrammes und spielt  schließlich die Resultate in die Labor-EDV ein.

Manuelle Analytik

Viele Untersuchungstechniken sind bis heute nicht von Analysegeräten durchführbar.
Dies gilt zum Beispiel für die Bereiche der Laboranalytik, wo der Blick durchs Mikroskop notwendig ist. Erst nach aufwändigen, meist manuell durchzuführenden Färbeverfahren können Blutzellen für die hämatologische Diagnostik oder Gewebeschnitte für die Autoimmundiagnostik beurteilt werden. Bei diesen Methoden spielt besonders die Schulung und Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine große Rolle, eine abschließende Beurteilung erfolgt durch den Arzt.
Einige Untersuchungen sind zum einen selten, zum anderen vom Ablauf her sehr komplex; auch in diesen Fällen werden die Testansätze von Hand gemacht.

Mikrobiologische Diagnostik

Auch mikrobiologische Diagnostik ist nur zum geringen Anteil mittels Geräten durchführbar. Das Auge der erfahrenen MTA sowie des Medizinischen Mikrobiologen bei Begutachtung der Kulturplatten oder am Mikroskop ist durch nichts zu ersetzen.
Der Nachweis von Krankheitserregern wie Bakterien, Parasiten oder Pilzen erfolgt im Laborbereich Mikrobiologie. Meist sind die Proben Abstriche, Urin, Stuhlproben oder Blutkulturen. Selbstverständlich werden auch Punktate und Liquor, intraoperativ gewonnenes Material oder Katheterspitzen untersucht. Die Analytik umfasst das Anzüchten auf speziellen Nährmedien und die mikroskopische Beurteilung. Bei der Auswertung der bewachsenen Nährmedien wird zwischen der physiologischen Standortflora und Krankheitserregern unterschieden. Diese werden in weiteren Arbeitsschritten biochemisch differenziert und ihr Resistenzverhalten gegenüber Antibiotika ausgetestet. Dies dauert in der Regel etwa 2 Tage. Anhand der Ergebnisse kann der behandelnde Arzt eine rationelle und gezielte Antibiotika-Therapie durchführen.

Medizinische Bewertung

Für jeden Laborbereich ist eine Ärztin bzw. ein Arzt mit Erfahrung und entsprechender Spezialisierung  verantwortlich. Nach Abschluss der Analytik erfolgt die medizinische Bewertung und Beurteilung der Ergebnisse, der Abgleich mit Vorbefunden zur Verlaufsbeurteilung und die ärztliche Kommentierung. Dabei werden die Ergebnisse nach festgelegten Kriterien auf ihre Plausibilität hin beurteilt. Sofern bekannt werden auch die mitgeteilte Diagnose oder Verdachtsdiagnose, Angaben zu Beschwerden oder die Reiseanamnese in die laborärztliche Beurteilung einbezogen. Die medizinische Bewertung aus dem Blickwinkel des Laborarztes bzw. Mikrobiologen erscheint als Kommentar auf dem Befund, oder wird mit dem einsendenden Arzt im Rahmen eines ärztlichen Konsils erörtert.

Befundübermittlung

Ein Befund wird per DFÜ (Datenfernübertragung) mehrmals täglich an den einsendenden Arzt übermittelt, auf Wunsch werden schriftliche Teilbefunde, nach Abschluss der Untersuchungen schriftliche Endbefunde erstellt und über unseren Kurierdienst in die Praxen verteilt. Der einsendende Arzt bespricht die Befunde mit dem Patienten, legt weitere Schritte für Diagnostik oder Therapie fest.

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